Horizontal®-Therapie

Arthrose, Spat, HD/ED

Frakturen

Hufrehe




Grundlagen der Horizontal® -Therapie
Autor: Dr. A. HANSJÜRGENS, Erfinder der Dynamischen Interferenzströme

Die Grundidee der Horizontal®-Therapie (HT) basiert auf der Erkenntnis, dass elektrische Veränderungen im lebenden Gewebe immer mit bio-chemischen Veränderungen einhergehen und umgekehrt. Die elektrischen Eigenschaften der in Organismen anzutreffenden Substanzen bilden die Grundlage ihrer bio-chemischen Eigenschaften im Stoff-wechsel.

Bei der Entwicklung eines Erfolg versprechenden Therapieverfahrens sollen möglichst die natürlichen Vorgänge einer Zelle oder eines Zellenverbandes unterstützt werden. Dies geschieht am Besten durch Zufuhr von elektrischer Energie, wie das bei der Elektrotherapie gemacht wird, oder durch Zugabe von chemischen Substanzen, wie dies bei der medikamentösen Therapie geschieht. Beide Therapiearten werden sehr erfolgreich eingesetzt, besitzen aber auch Bereiche, in denen sie sich noch erheblich verbessern können.

„Idealtherapie“

Für viele Krankheitsbilder wäre die ideale Therapie eine Kombination aus Elektro- und Pharmakotherapie, wobei die Nebenwirkungen, die besonders bei der Pharmakotherapie zu beobachten sind, möglichst ausgeschaltet werden sollten. Eine weitere bedeutende Forderung an eine solche Therapie ist die Möglichkeit, bio-physiologische und bio-chemische Wirkungen gleichzeitig im Zellgewebe hervorrufen zu können. So könnten die natürlichen Vorgänge (Kommunikation, Koordination und Kooperation) in einer Zelle oder in einem Zellgewebe am besten unterstützt werden. Gesunde Zellen würden dabei gestärkt, kranke Zellen – so weit wie möglich - wieder aufgebaut.

Horizontal®-Therapie

Die Horizontal®-Therapie wurde nach diesen Überlegungen entwickelt und kommt deshalb den Vorstellungen der Idealtherapie für einige Krankheitsbilder sehr nahe. Sie unterstützt die natürlichen Vorgänge in biologischem Gewe-be, in dem simultan die bio-physiologische (Elektrotherapie) und die bio-chemischen (Medikamentöse Therapie) Abläufe gefördert werden.
Bei der Horizontal®-Therapie treten nur sehr wenige Nebenwirkungen auf, die zudem leicht vermeidbar sind.
Krankheitsbilder, wie z. B. die Arthrose, Spat, Hufrehe, Frakturen, Sehnen- und Bänderschäden und Stoffwechselerkrankungen sind eine Domäne der Horizontal®-Therapie, da hier die medikamentöse Therapie, zumal noch mit all ihren Nebenwirkungen, und die traditionelle Elektrotherapie wie TENS und Interferenz wenig ausrichten können. Aber auch Schmerzzustände aller Art werden sehr erfolgreich behandelt, da die HT bis zu 7 unterschiedliche schmerzlindernde Mechanismen besitzt.  Die bisherigen, sehr überzeugenden Erfolge, die mit der HT erzielt werden konnten, geben den obigen Überlegungen recht.

Das Basis-Therapiekonzept der Horizontal®-Therapie ist die EDT: Elektrische Differential-Therapie

1999 wurde von Dr. A. Hansjürgens ein medizinisches Therapiekonzept entwickelt, welches sowohl die bio-physiologischen als auch die bio-chemischen Vorgänge im Gewebe und in den Zellen berücksichtigt. Die EDT erfasst alle zurzeit bekannten therapeutischen Wirkungen (bio-chemisch und bio-physiologischen), die mit elektrischen Feldern (elektromagnetische Schwingungen) im Tier erzeugt werden können.

Die EDT kennt zwei große Gruppen von therapeutischen Wirkungen: Die erste Gruppe beinhaltet die so genannten bio-physiologischen (elektrischen) Wirkungen. Diese Wirkungen werden von so genannten Aktionspotentialen hervorgerufen, die durch elektrische Reizung synchron in erregbaren Zellen, das sind Nerven und Muskeln, entste-hen. Aktionspotentiale sind kleine, kurze elektrische Impulse, die die erregbaren Zellen selber herstellen.

Bio-physiologischen Wirkungen:

Wiederholte De- und Repolarisation (Aktionspotentiale) erregbarer Zellen haben Wirkungen zur Folge, die therapeutisch genutzt werden können. Diese bio-physiologischen Wirkungen können in erregbaren Zellen nach dem Prinzip der funktionellen Nachahmung oder Er-müdung erzeugt werden.

Funktions-Nachahmungsprinzip

Das Funktions-Nachahmungsprinzip nutzt durch elektrische Stimulation den normalen Frequenzbereich (Frequenz = gleich Anzahl der von erregbaren Zellen erzeugten Impulse pro Sekunde / gemessen in Hz) von Nerven und Muskeln aus, um z. B. zwei Muskelkontraktionen in der Sekunde zu erzeugen.
Funktions-Ermüdungsprinzip

Das Funktions-Ermüdungsprinzip benutzt höhere Stimulationsfrequenzen, die oberhalb der Grenzen der Nachahmung liegen. So werden die gegenteiligen Wirkungen der Nachahmung durch Ermüdung erzielt.
Die Frequenzgrenzen zwischen der Nachahmung und der Ermüdung sind für sympathische Nerven 10 Hz für die gestreifte Muskulatur 20 Hz und für die Mehrheit der sensorischen Nerven ca. 100 Hz.

Am Beispiel der Beeinflussung der Durchblutung sollen die Prinzipien der Nachahmung (Erzeugung einer Vasokonstriktion) und der Ermüdung (Erzeugung einer Vasodilatation) erklärt werden.

Vasokonstriktion

Die Blutgefäße werden vom Sympathikus innerviert, der mit Frequenzen zwischen 0 Hz und 10 Hz arbeitet. Die so genannte Ruhefrequenz ist 2 Hz. Es kommt zur Vasokonstriktion wenn der Sympathikus mit 10 Hz gereizt wird und als Antwort 10 Aktionspotentiale erzeugt. Diese wandern zur Nervenendigung, wo es zur maximalen Freisetzung vom Neurotransmitter Noradrenalin kommt. Das Noradrenalin sorgt für eine Zusammenziehung der glatten Muskulatur, welche die Gefäße umschließt, wodurch die Gefäße mit dem Ergebnis der Vasokonstriktion verengt werden.

Eine solche Erzeugung der Vasokonstriktion folgt also dem Funktions-Nachahmungsprinzip, da die natürlichen Frequenzen des Sympathikus zur Stimulation genutzt wer-den.

Vasodilatation

Um eine Vasodilatation zu erzeugen kann das Prinzip der Nachahmung nicht eingesetzt werden, da es keinen Sinn machen würde mit 0 Hz – also überhaupt nicht - zu stimulieren. Hier wird mit der Ermüdung gearbeitet, d. h. es wird mit 100 Hz bewusst eine wesentlich höhere Frequenz als 10 Hz eingestellt. Dies bewirkt über 100 Aktionspotentiale in der Nervenendigung eine zunächst zehnfach höhere Freisetzung von Noradrenalin, wodurch es kurzfristig zur Vasokonstriktion kommt. Aber schon nach kurzer Zeit ist die Nervenendigung leer (Ermüdung) und es kommt, wegen der nun fehlenden Freisetzung von Noradrenalin, zur Vasodilatation.

Bio-chemische Wirkungen

In der zweiten Gruppe sind alle biochemischen Wirkungen zusammengefasst, die nicht zu den bioelektrischen Wirkungen zu zählen sind. Diese Wirkungen werden durch biophysikalische Vorgänge – z. B. Schüttel-, Torsions- und Oszillationsbewegungen (Abb. 1) von frei und nicht frei beweglichen Teilchen (Molekülen) - in erregbaren und nicht erregbaren Zellen und im Zellgewebe hervorgerufen und entwickeln so ihre bio-chemische Wirkkomponente (z. B. Konzentrationsveränderung von cAMP - ein Botenstoff).

Zu den bio-chemischen Wirkungen zählt auch die „elektrische Blockade“, die durch bestimmte elektro-physiologische Vorgänge (Dauerdepolarisation) erzeugt werden kann.



Zusammenstellung bio-chemischer Wirkungen

1. Indirekt stoffwechselerleichternde diffusionsfördernde Wirkungen durch einen elektrochemischen "Schütteleffekt" in der extrazellulären Matrix zwischen den Kapillaren und den stoffwechselmäßig zu versorgenden und zu entsorgenden Zellen, z. B. in Knorpel und Bindegewebe
2. Direkt stoffwechselerleichternde Wirkungen durch die Einflüsse der mittelfrequenten elektrischen Wechselfelder auf Enzyme und Substrate, so dass deren Begegnungswahrscheinlichkeiten an sich und ihre Begegnungswahrscheinlichkeiten in der richtigen Position erhöht werden.
3. Peripher schmerzlindernde Wirkung durch Verteilung und Verminderung der lokalen Konzentrationen von Schmerz- und Entzündungsmediatoren mittels des elektrischen "Schütteleffekts".
4. Rezeptoren der Zellmembranen beeinflussende, Hormone imitierende Wirkungen, z. B. Beeinflussung der Adenylcyclase und damit der cAMP-Bildung.
Bahnende Wirkungen auf die interzelluläre elektrische und biochemische Kommunikation, bedingt durch Bevorzugung der Zell-Zell-Kanäle (gap junctions) beim Durchtritt der Ströme durch Zellver-bände.
5. Förderung der interzellulären metabolischen Kooperation.
6. Förderung der interzellulären funktionellen Koordination.
7. Auslösung von Resonanzphänomenen in einem den so genannten "Wechselzahlen" vieler Enzyme entsprechenden Frequenzbereich, resultierend u. a. in anregenden Wirkungen auf Stoffwechselprozesse.

Kontraindikationen

Behandlungsverbot besteht:
Ÿ Bei Herzschrittmachern und andere elektronisch betriebene Implantate
Ÿ Bei akuten fieberhaften Allgemein-Infektionen
Ÿ Im Bereich akuter lokaler bakterieller Infektionen

Behandlungserlaubnis besteht bei:
Ÿ Metallimplantaten,
Ÿ Frischen Verletzungen mit Hämatombildung und
Ÿ Elektrodenanlagen bei denen auch das Herz im Behandlungsgebiet liegt.






Grundlagen der Beeinflussung der Durchblutung durch Horizontal® Therapie


Physiologische Grundlagen

Die erregbaren Strukturen des Gefäßsystems, die durch elektrotherapeutische Maßnahmen beeinflusst werden können, sind einerseits die glatte Muskulatur der Gefäße, d.h. der Arterien und der Arteriolen sowie der Venolen und Venen, andererseits die die Gefäßfunktionen steuernden vegetativen Nerven; dies sind in dem für die Elektrotherapie in Frage kommenden Bereich in erster Linie die sympathischen Nervenfasern.

Der wichtigste für die Steuerung der Gefäßweite verantwortliche Überträgerstoff des sympathischen Nervensystems ist Noradrenalin, das auch im Zentralnervensystem als Transmitter fungiert und zu den Katecholaminen gehört. Reizung postganglionärer sympathischer Fasern, die für die Therapie in der Körperperipherie maßgebend sind, führt hauptsächlich zur Freisetzung von Noradrenalin und zusätzlich, wie man aus neueren Untersuchungen weiß, auch von anderen Transmittern (Neuropeptid Y, Adrenalin, Adenosintriphosphat). Die genannten Transmitter werden aus Vesikeln knotenartiger Auftreibungen der sympathischen Nerven, die als Varikositäten bezeichnet werden, freigesetzt. Noradrenalin besetzt so genannte a-Rezeptoren an den Oberflächen der glatten Muskeln der Gefäße. Diese a-Rezeptorenbesetzung führt an der glatten Gefäßmuskulatur über eine transmembranäre Nachrichtenübermittlung zu einer Muskelkontraktion. Dies bedeutet für alle Gefäße, d. h. die arteriellen Widerstandsgefäße (Arteriolen) sowie die Venolen und Venen eine Gefäßverengung (Vasokonstriktion).

Da sympathische Nervenfasern über längere Zeit mit mittleren Entladungsfrequenzen von etwa 10 Hz zu "feuern" vermögen ohne zu ermüden, ergibt sich nach dem Funktionsnachahmungsprinzip für das Therapieziel einer möglichst lange anhaltenden Vasokonstriktion eine Stimulationsfrequenz von ebenfalls 10 Hz. Siehe unten!

Das natürliche Entladungsverhalten von Sympathikus-Neuronen ist allerdings viel unregelmäßiger, als es der physikalische Begriff "Frequenz" vielleicht vermuten lässt, denn die zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen Aktionspotentialen sind sehr unterschiedlich und bei einer mittleren Entladungsfrequenz von 10 Hz nur im Mittel etwa 100 ms.

Tatsächlich lässt sich mit etwa 10 Hz über viele Minuten eine lang anhaltende Vasokonstriktion erzeugen, wie sie z. B. für die Blutstillung bei frischen Verletzungen oder zur Reduktion des Gewebedruckes bei posttraumatischen Entzündungen zur Abschwellung und damit Schmerzlinderung erwünscht ist.

Bei Einsatz hoher Frequenzen, z. B. 100 Hz (Funktionsermüdungsprinzip), folgt nach nur kurz anhaltenden Vasokonstriktion noch während der Stromanwendung eine Vasodilatation, da die sympathischen Nervenendigungen durch die für sie relativ hochfrequente Reizung ihre Noradrenalinspeicher bis zur Erschöpfung entleeren und schließlich stoffwechselmäßig durch die aufgezwungene Repolarisationsarbeit ermüdet werden, so dass ihre Entladungsfrequenz trotz höherer Reizfrequenz deutlich zurückgeht











Weitere Literatur:

Clinical Assessment of a new Form of electro Analgesia: The Horizontal®
Therapy. Lumbar Pain and Lumbago with vertebral Fractures caused by
Osteoporosis
Italy 2003 – Double blind study – Three groups of 100 patients
Zambito A., Adami S. et al., Eur Med Phys 2003 ; 39 Suppl. 2 to No.3: 729-732

Use of Horizontal® Therapy in chronic Backache:
Evaluation of therapeutic Efficacy
Italy 2004 – Two groups of 60 patients
Felicetti G. et al., Eur Med Phys 2004 ; 40 Suppl. 1 to No. 3 : 421-424

Gonarthrosis: Treatment with The Horizontal® Therapy Electrotherapy.
Multicenter study
Italy 2004 –One group of 200 patients
Saggini R. et al., Eur Med Phys 2004; 40 Suppl. 1 to No. 3 : 594-598

K. MEYER-WAARDEN, K., A. HANSJÜRGENS, B. FRIEDEMANN:
Darstellung elektrischer Felder in inhomogenen biologische Medien. Biomedizinische Technik, Ergänzungsband, 25, S. 295-297, 1980

HANSJÜRGENS, A., MEYER-WAARDEN, K.: Feldverteilung ausgewählter Parameter interferierender mittelfrequenter Ströme in inhomogen biologischen Medien. Biomedizinische Technik, Ergänzungsband, 25, S. 298-300, 1980